{"id":74,"date":"2023-07-14T17:37:15","date_gmt":"2023-07-14T17:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/menschtotem.de\/?page_id=74"},"modified":"2023-07-14T17:37:16","modified_gmt":"2023-07-14T17:37:16","slug":"strategie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/menschtotem.de\/?page_id=74","title":{"rendered":"Strategie"},"content":{"rendered":"<p>Strategie bedeutet ganz allgemein einen umfassenden Plan zu haben zur Umsetzung eines oder mehrerer Ziele. Der Begriff wurde fr\u00fcher im Rahmen der Kriegskunst verwendet und bezog sich insofern auf Gruppen, die Kriege f\u00fchren, ist inzwischen ausgeweitet auf alle m\u00f6glichen Zielsetzungen. Bezeichnend zur Zielerreichung ist, dass es daf\u00fcr keine absolute Sicherheit gibt. Dennoch muss ich zur Zielfindung wissen was ich will bzw. was gewollt wird.<br \/>\nSo einfach sich die Erkl\u00e4rung des Begriffs Strategie darstellt, so schwierig kann es f\u00fcr den Einzelfall sein, eine Strategie zu haben, insbesondere wenn es nicht nur um rein rationale Ziele geht. Denn dies unterlegt der Begriff Strategie, Ziele zu haben, die einer Vernunft zuzuordnen sind. Doch was ist vern\u00fcnftig? F\u00fcr die eine Gruppe ist Kriegskunst und \u2013f\u00fchrung vern\u00fcnftig, f\u00fcr eine andere Gruppe unvern\u00fcnftig, denn Kriege bedingen Sch\u00e4den an Leib und Seele. Im Falle meiner Kinderheimeinweisung erlebte ich eine seelische Katastrophe, f\u00fcr die Erwachsenenwelt war es die beste Option. Mit dem Begriff Vernunft war ich als Kind nicht zu erreichen und meine Gef\u00fchlswelt kollabierte. Ich sah meine naturgegebene Kindesentwicklung in einer Familie als nicht mehr erreichbar und wollte es zun\u00e4chst nicht wahrhaben wollen. Die zuvor gekannten Freiheitsgrade, meine Selbstbestimmtheit wurde mit der Gewalt professioneller Erwachsener versucht zu begrenzen. Es gab es einfach nicht, ein selbstbestimmtes Kind, denn es hatte dem Diktat der Erwachsenen zu folgen und bei Nichtbeachtung gab es Gewalt in allen Varianten. Mein pers\u00f6nliches Ziel, das Kinderheim zu verlassen, hielt ich pl\u00f6tzlich f\u00fcr nicht mehr erreichbar und das Gef\u00fchl der Ohnmacht stellte sich ein. Ich musste mich auf die neue Situation einstellen und passte mich aufgrund der Gewaltexzesse recht schnell an. Der eigene Wille, die Selbstbestimmtheit wurde quasi eingefroren, zu gen\u00fcgen war der Fremdbestimmung durch Erwachsene. Wie konnte ich daraus eine Strategie entwickeln?<br \/>\nIch behielt meine Strategie, in einer Familie wieder leben zu wollen, stets im Hinterkopf. Die Selbstbestimmtheit aus jungen Kindertagen blieb mir wichtig. Kraft sch\u00f6pfte ich aus der Liebe meiner Ursprungsfamilie und den Verlust betrauerte ich auf meine kindliche Weise. Ich hatte Erfolg damit, denn nach vielen Jahren wurde mir eine Ersatzfamilie bewilligt und konnte meine eingefrorene Selbstbestimmtheit zum Auftauen bringen.<br \/>\nMit der Heimeinweisung erlebte ich den Tod meiner Ursprungsfamilie, was die Erwachsenenwelt nicht verstand und auch die Fachwelt nicht nachvollziehen will, weil sie den Begriff Tod f\u00fcr diese Situation nicht anwendet. Zudem existierte ja noch ein Teil meiner Ursprungsfamilie, jedoch sie war f\u00fcr mich als Kind nicht erreichbar und insofern tot. Ich trauerte. Mit Tod und Trauer besch\u00e4ftigt sich die psychologische Fachwelt, die Psychotherapeutin Verena Kast beschreibt in ihrem Buch Trauern ein einfaches Trauermodell, das ich auf meine Situation anwenden konnte. Entscheidend ist dabei der Umgang mit der Gef\u00fchlswelt, denn die Vernunft wei\u00df um das Selbstverst\u00e4ndnis der Natur von Leben und Tod. Doch das interessierte meine Erzieher nicht. Gef\u00fchlsausbr\u00fcche hatten nicht zu sein und wurden sanktioniert. Ich konnte dennoch meine Trauer leben, daf\u00fcr reichte noch die Zeit vor dem Einschlafen.<br \/>\nAbgeleitet aus dem Selbstverst\u00e4ndnis der Natur von Leben und Tod bedeutet nach meinen kindlichen Erfahrungen der Tod einen gravierenden Verlust. Zur Strategiefestlegung ist es wichtig, das Ziel klar zu benennen, um daraus Handlungsempfehlungen ableiten zu k\u00f6nnen. Durch meine Heimeinweisung wurde ich einer naturgegebenen kindlichen Aufzucht in einer Familie beraubt unter Aufgabe meiner kindlichen Selbstbestimmtheit. <strong>Eine Besch\u00e4digung der kindlichen Selbstbestimmtheit ist Kindesmissbrauch.<\/strong> Als Kind w\u00e4re mir nur Heilung m\u00f6glich gewesen durch begleitende Unterst\u00fctzung in einer Ersatzfamilie. Dies erfolgte nicht, sodass mein in mir lebendes Kind nicht heilbar ist und ich als Erwachsener einen Zugang zu meinem inneren Kind f\u00fchre, in dem ich es mit Du adressiere. Dies ist mit Verlustverarbeitungsstrategien resp. Trauerverarbeitung machbar, wenn auch zuweilen  begrenzt. Denn Trauern ist oft nicht m\u00f6glich, wenn die kindlichen Verletzungen traumatisch wirken und damit pathologisch sind, d.h. Kranksein bedeuten. Dann ist zun\u00e4chst das Trauma zu behandeln mithilfe spezialisierter Fachleute wie \u00c4rzte und Psychotherapeuten. Trauern ist hingegen keine Krankheit, kann jedoch zur Erkrankung f\u00fchren. Die Grenzziehung ist oft flie\u00dfend und ist von Fachpersonal  zu beachten.<br \/>\nDer pers\u00f6nlich zu bestimmende Heilungsgrad ist letztlich nur vom Betroffenen selbst zu erkennen und bedarf quasi einer Qualifizierung zum Experten in eigener Person  und einer Kommunikation auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strategie bedeutet ganz allgemein einen umfassenden Plan zu haben zur Umsetzung eines oder mehrerer Ziele. Der Begriff wurde fr\u00fcher im Rahmen der Kriegskunst verwendet und bezog sich insofern auf Gruppen, die Kriege f\u00fchren, ist inzwischen ausgeweitet auf alle m\u00f6glichen Zielsetzungen. Bezeichnend zur Zielerreichung ist, dass es daf\u00fcr keine absolute Sicherheit gibt. 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